Auslandskrankenversicherung für entsandte Mitarbeiter

Auslandskrankenversicherung für entsandte Mitarbeiter.

Nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches gilt das Territorialprinzip, das heißt ein Leistungsanspruch besteht nur für die im Geltungsbereich Versicherten. Hiervon gibt es Ausnahmen im Rahmen der Ausstrahlung oder Einstrahlung, somit besteht auch ggf. eine Krankenversicherung für Mitarbeiter Ausland.

Eine Entsendung liegt grundsätzlich vor, wenn ein Arbeitnehmer für einen im Voraus begrenzten Zeitraum für seinen inländischen Arbeitgeber eine Beschäftigung im Ausland ausübt. Dies gilt jedoch nicht, wenn für diesen Einsatz eigens jemand eingestellt wird, der bereits im Ausland lebt. Die Einsatzdauer im Ausland kann entweder durch die Eigenart des Projektes oder aber durch eine vertragliche Regelung bestimmt sein. Der entsendende Arbeitgeber ist weiterhin der Weisungsgeber und für die Zahlung des Gehaltes verantwortlich. Die vertraglichen Bindungen zwischen dem inländischen Arbeitgeber und dem entsandten Arbeitnehmer bleiben bestehen.

Bei einer Entsendung in das europäische Ausland und einem Zeitraum von nicht mehr als 24 Monaten ist in der EU-Verordnung (Verordnung Nr. 883/04) geregelt, dass weiterhin die deutschen Rechtsvorschriften zu allen Zweigen der Sozialversicherung anzuwenden sind. Die Krankenversicherung für Mitarbeiter Ausland besteht somit für die Dauer der Entsendung fort. Der Arbeitgeber muss vor der der Entsendung bei der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse einen Entsendeausweis beantragen (Vordruck A1). Besteht keine gesetzliche Krankenversicherung ist für die Ausstellung des Ausweises die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) zuständig. Dieser Ausweis dient im Ausland als Nachweis über die anzuwendenden Rechtsvorschriften und ist auch eine Maßnahme zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Die Nachweise muss der Mitarbeiter im Ausland bei sich haben.

Mit einigen Nicht-EU-Ländern bestehen allerdings auch Sozialversicherungsabkommen. In diesen Abkommen ist die Auslandskrankenversicherung für Mitarbeiter im Ausland geregelt. Bei entsandten Arbeitnehmern aus Deutschland sind weiterhin die Vorschriften der deutschen Sozialversicherung anzuwenden. Häufig sind jedoch nicht alle Zweige der Sozialversicherung betroffen, sondern nur einzelne Teile wie zum Beispiel die Renten- oder Krankenversicherung. Auskünfte erhält man bei den Krankenkassen, bei der Deutschen Rentenversicherung Bund oder bei der Deutschen Verbindungsstelle Ausland (DVKA).

Bei Einsätzen in mehreren Ländern gleichzeitig ist nicht immer eindeutig, welche Rechtsvorschriften anzuwenden sind. Um eine Doppelversicherung zu vermeiden, kann mit der DVKA eine Ausnahmevereinbarung über die Krankenversicherung für Mitarbeiter im Ausland getroffen werden. Dieser Antrag sollte zeitig genug gestellt werden, um die Auslandskrankenversicherung diese Arbeitskräfte sicherzustellen. Ggf. besteht auch die Möglichkeit einer Ausnahmevereinbarung bei einer Entsendung von länger als 24 Monaten.