Beschwerden in den Wechseljahren durch Progesteronmangel

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(mpt-14/48747). Bei den weiblichen Sexualhormonen steht meist das Östrogen im Vordergrund. Ebenso wichtig ist jedoch das Progesteron, auch als Gelbkörperhormon bezeichnet. Es wird bei gebärfähigen Frauen nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet, der sich aus den Resten der Eihülle entwickelt. Das Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut auf die folgende Schwangerschaft vorbereitet. Wird die Frau nicht schwanger, fällt der Progesteronspiegel wieder ab und schließlich setzt die Menstruation ein.

Bleibt der Eisprung aus, fehlt Progesteron

Mit Beginn des Klimakteriums findet immer öfter kein Eisprung mehr statt, womit auch die erhöhte Progesteronproduktion in der zweiten Zyklushälfte ausbleibt. Dadurch kommt es in dieser Phase zu einem relativen Östrogenüberschuss. Dann zeigen sich oft die ersten Wechseljahresbeschwerden durch Progesteronmangel mit Symptomen wie unregelmäßigen Monatszyklen, besonders starken Blutungen, Stimmungsschwankungen und schmerzhaftem Brustspannen. Schlafstörungen sind ebenfalls häufig, da die schlaffördernde Wirkung des Progesterons wegfällt. Und weil der Östrogenüberschuss auch die Einlagerung von Wasser begünstigt, legen Frauen oft an Gewicht zu.

Progesteronmangel lässt sich behandeln

Durch einen Progesteronmangel verursachte Beschwerden lassen sich oft durch eine Substitution des Hormons (www.hormontherapie-wechseljahre.de) lindern. Eine Untersuchung des Münchener Max-Planck-Instituts hat beispielsweise ergeben, dass der gestörte Nachtschlaf durch mikronisiertes Progesteron wieder deutlich ruhiger werden kann. Ödeme und damit die lästigen Brustschmerzen können ebenfalls verringert werden, da es auch wasseraustreibend wirkt. Weiterhin werden dem Progesteron stimmungsaufhellende und hautglättende Wirkungen zugeschrieben. Bei einer Hormonersatztherapie setzt man es auch gemeinsam mit Östrogen ein, um Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut zu verhindern.

Besser natürlich als synthetisch

Um Wechseljahresbeschwerden durch Progesteronmangel zu behandeln, gibt es sowohl synthetische Gestagene als auch körperidentisches Progesteron, etwa Utrogest. Dabei zeigte sich das natürliche Progesteron in Studien verträglicher und hatte ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen. So konnte bei der Therapie mit dem naturidentischen Hormon im Gegensatz zu einer längerfristigen Therapie mit Gestagenen kein erhöhtes Brustkrebsrisiko beobachtet werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten für Progesteron sind die Behandlung von Brustbeschwerden und unerfüllter Kinderwunsch. Auch kann es Frühgeburten verhindern helfen.

Selbsthilfe mit Sport und Entspannung

Neben einer medikamentösen Behandlung kann auch Eigeninitiative menopausale Beschwerden lindern. Besonders günstig ist regelmäßiger Sport, aber auch aktive Entspannung etwa mit Meditation, Yoga oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobson kann die Nerven beruhigen und stärken. Feste Schlafenszeiten erleichtern das Einschlafen. Auf Alkohol und Zigaretten sollte man weitgehend verzichten, dafür gesund und vitaminreich essen.